Die Aura – oder: Koshas – die „Schichten“ des Körpers

7. April 2016

Malerei Mensch in SchichtenWas ist eigentlich eine Aura?

Wir im Westen würden vielleicht sagen, das ist die Ausstrahlung eines Menschen. Manchmal begegne ich jemandem, der/die ohne etwas zu sagen meine Aufmerksamkeit fesselt. Er/sie wirkt einfach durch seine Präsenz, weniger durch seine Optik oder seine Worte. Wenn die Worte dann zu meinem Eindruck passen, umso besser.

Dann gibt es die Vorstellung eines Energiefeldes welches alles umgibt was lebt. Vielleicht ist dieses Energiefeld mal mehr, mal weniger spürbar, je nachdem, wie es mit meinem eigenen übereinstimmt oder „sich verträgt“. Kinder und auch geistig behinderte Menschen haben oft einen sehr guten Zugang zu dem Gefühl welches der Gegenüber nach außen strahlt, oder in mir auslöst. Jeder hat natürlich gute und weniger gute Stimmungen die sicherlich unsere Ausstrahlung beeinflussen, aber vielleicht gibt es doch so eine grundlegende, spürbare Frequenz in der ich schwinge und mich bewege.

Ist mit Aura mein persönlicher Raum gemeint, meine fühlbaren Außengrenzen, meine Haut oder der unmittelbare Bereich darum herum? Ist es mein Verstand in den ich niemanden ohne meine Erlaubnis hineinlasse bzw. den ich anderen mitteile oder auch nicht?

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In der Tradition des Yoga geben die „Upanishaden“, eine Sammlung philosophischer Schriften (ca. 700-200 v. Chr.) eine mögliche Erklärung. Der menschliche Körper besteht aus drei groben Einteilungen: physisch, subtil, kausal. Diese werden wiederum in 5 Koshas (Hüllen) „untergeteilt“. Die Hüllen durchdringen einander, bedingen und nähren sich gegenseitig und hängen voneinander ab, jede ist gleich wichtig und kostbar. Das ist ein wenig so wie bei dem optischen Modell eines Atoms, eine theoretische Annäherung um komplexe Ideen sichtbar und damit verständlicher zu machen.

Wie gut meine Hüllen genährt und vollständig sind und einander ergänzen beeinflusst unsere Wahrnehmung und „Wertung“ der Realität die uns umgibt und die für sich gesehen neutral ist.

1. Annamaya Kosha – Die Nahrungshülle

entspricht unserem physischen Körper der durch Nahrung lebt und selbst Nahrung (Erde) wird. Die fünf Elemente beziehen sich auf diese Hülle, Geburt und Tod sind ihre Themen. Wir beeinflussen ihre Kraft und Stabilität durch die Standhaltungen der Asana-Yogapraxis.

2. Pranayama Kosha – Die Vitalkraft

oder auch unser Astral- bzw. Phantomkörper. Prana ist die lebendige Energie des Universums, aufgenommen und transportiert durch unseren Atem. Hier entstehen die Schwingungen die unsere Organe und unseren physischen Körper funktionieren lässt. Sie steht in Verbindung mit unseren Organen, Nerven, Empfindungen. Die Energiebahnen „Nadis“ sind Aspekte dieser Hülle. In der Asana-Yogapraxis üben wir Drehungen/Twists und natürlich den bewussten Umgang mit unserem Atem in Pranayama-Atemübungen.

3. Manomaya Kosha – Die Gedankenhülle

Manas wird mit Geist übersetzt, hier schwingen die „vrittis“, unsere Gedanken. Unser Verstand, unsere Gedanken und Emotionen aufgrund von Sinneswahrnehmungen durchdringen die beiden anderen Hüllen und füllen sie mit unserem Selbst, mit unserer Seele. Träume gehören zu dieser Hülle. Wir üben Hüftöffner und Vorbeugen um uns mit dieser Hülle zu verbinden.

4. Vijnamaya Kosha – Die Weisheitshülle

hängt mit unserer Fähigkeit zur Erkenntnis zusammen. Durch bewusstes Beobachten erkennen wir, unsere innere Einsicht führt zu Wissen und in Verbindung mit unserer Intuition zu Weisheit. Balanceübungen wirken in unserer Yogapraxis. Meditation verbindet uns mit der höheren Intelligenz unseres unsterblichen Kerns.

5. Anandamaya Kosha – Die Wonnehülle

Sind alle unsere Hüllen gut entwickelt und genährt, ruhen wir im Sein. Wir sind glückselig und fühlen uns vollkommen. In der Asana-Praxis sind Rückbeugen mit dieser Hülle assoziiert. Natürliche Folge von Glückseligkeit sind Offenheit, Mitgefühl und Toleranz für alle anderen Lebewesen. Erfahrung von Einheit mit allen Dingen.

 

Beitrag: von Brigitte Heinz

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